
Wenn man auf Musiksendern wie MTV Sendungen über Hip Hop sieht, so werden ständig Leute wie Jay-Z, Eminem oder 50 Cent als die größten Rapper aller Zeiten betitelt. Nicht nur, dass das der größte Schwachsinn ist, es werden noch nicht einmal die Namen von Leuten wie Rakim, Big L oder eben auch von Masta Ace erwähnt. Vor allem im Fall von Ace ist das mehr als bedauerlich, denn er liefert uns seit seinem Debüt 1990 ein Meisterwerk nach dem nächsten ab. “Sittin’ On Chrome” ist allerdings kein Solo-Album, sondern seiner Crew mit dem wenig kreativen Namen Masta Ace Incorporated, bestehend aus Ace, Digga und den beiden Ladies Leschea und Paula. Tatsächlich hat man aber doch den Eindruck als wären die drei nur Gäste, denn Ace spielt hier eindeutig die Hauptrolle, rappt auf einigen Tracks alleine und selbst auf den Songs, auf den die anderen vertreten sind, nimmt man fast nur den Leader der Gruppe wahr, was aber eher als positiv zu bewerten ist. Gute Tracks gibt es hier en masse. Die Beats sind meist chillig und schlicht, sodass man den Flow und die Lyrics der vier wunderbar genießen kann, teilweise sind es aber auch richtige Bretter. “What’s Going On!” ist nur von Ace eingerappt. Der Beat hat einen tollen Rhythmus und ist mit ein paar Glöckchen unterlegt. Dazu rappt Masta Ace mit seinem genialen Flow – einfach fantastisch! Der ein oder andere kennt vielleicht den Titeltrack “Sittin’ On Chrome”. Das Instrumental besteht aus Kindergesang und richtig geil wummernden Bässen, die sich etwas nach Techno anhören, aber trotzdem sehr fett sind. Auch dieser Song ist wieder von Masta Ace a.k.a. Ase One alleine und wieder ein Ohrenschmaus. Zur Abwechslung gibt es mit “Turn It Up” den einzigen Song, der lediglich von Sängerin Laschea stammt. Insgesamt eine chillige Soul-Nummer, doch man vermisst Ace schon ganz schön, weshalb man froh ist, wenn man einen Track wie “U Can’t Find Me” zu hören bekommt. Es ist ebenfalls ein Stück von entspannterem Kaliber, wirkt jedoch etwas bedrückend, was durch die Rhymes von Ace und Digga hervorragend zum Ausdruck gebracht wird. Ein wieder sehr gelungener Song ist “Terror”. Das geniale daran ist, dass das Instrumental alles andere als Terror ist, sondern wunderbar chillig, sogar einen sehr friedlichen Eindruck macht, darüber performen Masta Ace, Digga und Laschea mit ihren tiefgründigen Verses über die Kraft der Musik. Ein Meisterwerk! Etwas Old School mäßig kommt “4 Da Mind” rüber, was an dem recht einfachen Beat liegt. Auf Grund dessen wird man nicht abgelenkt, sondern kann die Rhymes von Ace, Digga und Feature Cella Dwellas genießen. Zum Ende des Albums kommt mit “Born To Roll” auch der absolute Höhepunkt.
Das Instrumental erinnert etwas an das von “Sittin’ On Chrome”, ist aber um Längen besser und bringt die Boxen an ihren Grenzen. Hier ist Masta Ace wieder alleine am Mic und rappt mit seinem einzigartigen und genialen Flow alles in Grund und Boden. Wenn man einen Song aussuchen müsste, der Hip Hop am besten beschreibt, so wäre “Born To Roll” sicher ganz vorne mit dabei. Fast immer können Masta Ace Icorporated glänzen, vor Allem Ase One persönlich. Weitere starke Tracks gibt es mit “Eastbound”, “The B-Side”, “People In My Hood”, “Ain’t No Game” und “The Phat Kat Ride”, die einfach Spaß machen, da sie auf Grund der klasse Beats und Raps sehr eingängig und angenehm anzuhören sind. Jeder, der vom heutigen Hip Hop aus New York etwas enttäuscht ist und sich ein Meisterwerk aus den ’90ern zulegen möchte, ist bei “Sittin’ On Chrome” genau an der richtigen Adresse.
Quelle: Amazon.de

Klassiker! Hab ich hier noch auf Clear-Vinyl & handsigniert von Ace – wobei er sehr erstaunt war, auf dem Cover steht er als Masta Ase… hehe…